Am vergangenen Mittwoch durften die Gäste im Mehrgenerationenhaus Bernsdorf einen besonderen Fachnachmittag erleben. Eingeladen waren Eltern von Geschwisterkindern sowie Pädagoginnen und Pädagogen, die sich intensiver mit dem Thema Geschwisterstreit auseinandersetzen wollten.
Organisiert wurde die Veranstaltung von Anika Noack vom Team TRAFO – Bereich Bildung. Insgesamt 25 Gäste folgten der Einladung – und somit war die liebevoll vorbereitete Kaffeeecke gut besucht. Neben Eltern waren auch pädagogische Fachkräfte und Großeltern dabei, die gespannt auf den Film warteten.


Nach einer kurzen Vorstellungsrunde startete direkt der Film „Liebe, Wut und Geschwisterbande“ von Domenik Schuster – dem zweiten Teil seiner Reihe. Im Mittelpunkt stand die Frage: Warum streiten Geschwister eigentlich – und wann hört das endlich auf?
Der Film bot viele Aha-Momente: Mehrere Expertinnen und Experten erklärten anschaulich, dass Konflikte zwischen Kindern völlig normal sind – tatsächlich können es bis zu 97 kleine Auseinandersetzungen am Tag sein. Besonders wertvoll war, dass viele Fragen, die einem beim Zuschauen durch den Kopf gingen, direkt im Film aufgegriffen und beantwortet wurden.
Ein wichtiger Gedanke aus dem Film: Nicht jeder Streit braucht sofort ein Eingreifen von Erwachsenen. Kinder lernen durch Konflikte wichtige soziale Fähigkeiten wie Empathie, Kompromissbereitschaft und Selbstregulation. Entscheidend ist, dass wir als Erwachsene begleiten statt vorschnell eingreifen – Orientierung geben, aber auch Raum lassen.
Nach dem Film war es zunächst ganz still im Raum – viele Eindrücke mussten erst einmal sacken. Im anschließenden Austausch wurde es dann lebendig: Die Teilnehmenden teilten persönliche Erfahrungen, stellten Fragen und suchten gemeinsam nach neuen Wegen im Umgang mit Konflikten zu Hause.
Unterstützt wurden sie dabei von Sarah Schmuck und Claudia Röder vom Verein „Kinder unserer Heimat“, die als Expertinnen vor Ort waren. Mit viel Einfühlungsvermögen nahmen sie die Fragen auf und gaben hilfreiche Impulse für den Alltag.


Am Ende gingen alle Teilnehmenden ein Stück gelassener nach Hause – mit neuen Perspektiven, konkreten Ideen und dem guten Gefühl: Geschwisterstreit gehört dazu – und wir können lernen, gut damit umzugehen.




