Zeugnisse der Braunkohleindustrie – Wer hat Hinweise?

Weißwasser. Am 01.07.2021 haben vier Referenten und Referentinnen des Landesamtes für
Denkmalpflege Sachsen und eine Referentin des Landesamtes für Archäologie Sachsen ihre Arbeit im
„Erfassungsprojekt Industriekultur“ aufgenommen.
Ziel des auf zwei Jahre angelegten Projektes, das vom Bundesministerium für Kultur und Medien
finanziert wird, ist die flächendeckende Bestandsaufnahme von Objekten der Braunkohlenindustrie
als Grundlage für Konzepte zur Nachnutzung dieser Anlagen. So soll das industriekulturelle Erbe
erhalten und belebt werden. Dazu wurde ein Förderprogramm aufgelegt, aus dem bis 2025 jährlich
ca. 1,2 Mio. € in die Lausitz fließen werden.
Ein weiteres Ziel ist die Erstellung einer frei zugänglichen digitalen Karte nach dem Vorbild von
www.geoportalsachsen.de. So soll die wechselhafte Geschichte dieser Industrieregion anhand noch
vorhandener Zeugnisse greifbar gemacht und dokumentiert werden. Dazu gehört auch die
Geschichte und Gegenwart der Menschen vor Ort.
Bei der Bestandsaufnahme werden alle baulichen Zeugnisse der Braunkohleindustrie betrachtet: von
den Tagebauen mit ihren Tagebaugroßgeräten, Abraumhalden und Anlagen der Wasserhaltung bis zu
den Kraftwerken und anderen Anlagen der Stromerzeugung und -verteilung, von der
Braunkohleveredelung, also der Brikett-, Gas-, Kohlestaub- und Koksherstellung bis zu den hierfür
erforderlichen Transporteinrichtungen auf Schienen oder Straßen. Aber auch der Werkssiedlungsbau,
Verwaltungs- und Kulturbauten sowie zentrale Einrichtungen wie Werkstattgebäude und die
Folgelandschaft (Seen, Kanäle) sollen berücksichtigt werden.
Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind im Juni, Juli und August 2022 in der Gemeinde Bernsdorf
und Umgebung unterwegs, um die Anlagen der Braunkohleindustrie beschreibend, fotografisch und
kartografisch zu erfassen.
Hinweise zu den oben genannten Anlagen, Ansprechpartnern vor Ort und Literaturempfehlungen
sind herzlich willkommen unter nora.wiedemann@lfd.sachsen.de (Lausitzer Revier) oder 0173 70
41 317.
In diesem Sinne: Glück auf!

Tom Pfefferkorn, Nora Wiedemann, Kathrin Kruner, Anja Prust und Martin Neubacher (v.l.n.r.) sind in Bernsdorf und
Umgebung auf den Spuren der Braunkohleindustrie unterwegs.

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