Sein eigenes Bienenvolk besitzen – Ein Trendhobby auch in Bernsdorf.

Seit einigen Jahren ist es in Deutschland ein Trend, sein eigenes Bienenvolk zu besitzen. Damit wollen die Bienenbesitzer nicht nur ihren eigenen Honig herstellen, sondern insbesondere aktiv gegen das Bienenaussterben in Deutschland entgegensteuern. Mirko Sarink aus Bernsdorf ist einer der wenigen Hobby-Imker der Stadt. Bereits in seiner Jugend wünschte er sich sein eigenes Bienenvolk. 2019 hat er sich diesen langersehnten Traum erfüllt. Dass Bienenzucht nicht einfach so ein Hobby für jeden ist, hat er uns im Interview klar gezeigt. Neben einer Grundausstattung die ca. 1.000 Euro kostet, benötigt man auch viel Leidenschaft und Wissen rund um Bienen. Das Wissen selbst hatte er zu Beginn auch nicht. So holte und holt er sich Rat vom erfahrenen Imker und Bienenpaten Ralf Birnstein.
Zu Beginn hatte Sarink nur ein Bienenvolk. Empfohlen werden aber mindestens drei Bienenvölker, da es passieren kann, dass eine Königin mal stirb und bis dann eine neue gefunden ist, etwas Zeit vergeht. Oder ein Volk „zieht“ mal um. Es kann auch passieren, dass ein Volk mal nicht so stark aus der Winterruhe kommt. Dann kann der Imker dies durch die anderen Völker ausgleichen. Somit ist die Honigproduktion nicht gefährdet.
Mittlerweile hat er sich ein zweites Volk gezüchtet und im Laufe der Zeit soll ein drittes hinzukommen.
Sehr interessant ist, dass Bienen nur ca. 6 Wochen leben. In der kalten Winterzeit leben die Arbeiterinnen länger – bis zu 6 Monaten.  Eine Bienenkönigin hingegen kann 3 bis maximal 5 Jahre alt werden. Um ein Bienenvolk zu überwintern, bedarf es einer großen Anstrengung. Die Brutkästen müssen in den Wochen vor der Winterruhe mit Ameisensäure behandelt werden, da die Bienen mehr zusammenrücken, dadurch können Milben sich leichter verbreiten und das Volk schwächen. Um diesem Vorgang entgegenzuwirken muss man dies behandeln. Auch der Imker muss im Winter fleißig sein. Die unbenutzten Honigräume, die Riemchen etc. müssen gereinigt und manchmal auch repariert werden.

Wer glaubt die Bienen fliegen einfach nur so rum und wissen nicht was sie da machen, der hat ein komplett falsches Bild von diesen kleinen Wundern. Es ist faszinierend, wie strukturiert alles von statten geht. Im unteren Kastenbereich befindet sich die Königin, welche für das Legen von Eiern zuständig ist. Ein paar Drohnen begatten die Königin auf dem Hochzeitsflug und dürfen dann noch einige Zeit im Volk verbleiben. Im Herbst fliegen sie dann aber endgültig raus. Ansonsten sind im unteren Bereich mehrere Tausend Arbeiterbienen, die sich um die Versorgung der Larven und um die Honigproduktion kümmern. Pro Volk können bis zu 80000 Bienen leben.
Das Bienenvolk lebt in einer Beute. Dieser ist unterteilt in den Brutraum ganz unten, einer Bienenflucht in der Mitte und dem Honigraum ganz oben. Vor dem Winter kommt noch ein „Fütterungskasten“ dazu. Über diesen werden die Bienen gefüttert, damit sie den langen Winter überstehen – schließlich “klaut“ der Imker ja deren selbst hergestelltes Futter – den Honig!
Durch einen Schlitz – das Flugloch – gelangen die Bienen immer wieder in Ihren Stamm zurück. Einige Bienen haben die Aufgabe von außen frische Luft in die Beute zu wedeln.

Eingang für die Bienen zum Volk. Einige Bienen sind dafür zuständig, frische Luft rein zu wedeln.

In der Unteren Beuten sind mehrere Riemchen verankert. Diese gibt es mit Mittelwänden zu kaufen, damit die Bienen die Waben nur fertig rausziehen und diese dann nur noch „befüllen“ müssen, oder es gibt sie ohne Mittelwände und die Bienen erarbeiten sich ihr Wabengeflecht selber. Am Ende ist nur wichtig – dass das Bienenvolk stark und gesund bleibt und somit feinsten Honig herstellt!

Über der unteren Box befindet sich ein Gitter. Durch dieses Gitter gelangen nur die Arbeitsbienen. Die Drohnen und die Königin bleiben nur im unteren Bereich. Die Arbeitsbienen gelangen durch dieses Gitter in den oberen Bereich, wo sie die Honigherstellung produzieren. Die ganzen gelben Waben auf dem Gitter und auch außerhalb der Waben können abgemacht werden und für die Wachsherstellung verwendet werden.
In diesem Jahr konnte mit den zwei Völkern bereits 17 KG Honig geerntet werden. Überwiegend ist es Honig aus der Blütezeit. Eine zweite Ernte ist durchaus möglich. Derzeit summen die Bienen in den großen Linden im Garten der Familie Sarink. Eine Biene fliegt im Umkreis von 2,5 Km und sammelt da ihren Honig. Somit kann man die Geschmacksrichtung vom Honig beeinflussen.

Schwierig wird es, wenn die eigene Königin aus dem Bienenstamm ausfliegt. Das ist Mirko Sarink auch schon passiert. Die Königin flog einfach davon und machte es sich an der Rose seiner Frau gemütlich. Das Volk um die Königin siedelte sich nun um die Rose drum herum neu an, wie im linken Bild gut zu erkennen. In so einem Fall muss dann mit einer Bienenbox versucht werden das Volk und insbesondere die Königin vom unerwünschten Ort zu entfernen. Hat man die Königin in der Box, so kann das gesamte Volk wieder an seinen richtigen Ort platziert werden.

Box zum Entfernen des Bienenvolkes um es umzusiedeln.

Wer auch Interesse hat, sich gern an den Imkerverein in Kamenz wenden. Imkerverein Kamenz (imkerverein-kamenz.de)

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