Zwischen vielen bunten Tonies und Kuscheltieren sitzt Ben auf dem Teppich – ein fröhlicher Vierjähriger mit leuchtenden Augen. In seiner kleinen Hand hält er stolz seinen Lieblings-Tonie – den Giraffenaffen. Mit einem breiten Lächeln startet er das Hörspiel selbst und lässt Mama Anne mit dem Besuch sprechen. Ein ganz normaler Moment – und doch steckt so viel Stärke, Liebe und Hoffnung darin.

Ben ist vier Jahre alt und hat das Downsyndrom. Seine Mama Anne Oberländer ist 37 Jahre alt – alleinerziehend, mutig und voller Hingabe. Sie hat sich bewusst für ein Kind mit Behinderung entschieden.
Sie hat sich bewusst dafür entschieden, um einem Kind eine echte Chance zu geben. Eine Chance auf Liebe, auf Förderung, auf ein ganz normales Leben mit allen Möglichkeiten.


2019 gab es eine Gesetzesänderung: Auch Alleinerziehende dürfen seither ein Kind adoptieren.
Für Anne war das der Moment, auf den sie lange gewartet hatte. Nach anderthalb Jahren Prüfung, Gesprächen und Formularen kam endlich der Anruf, der ihr Leben veränderte: „Wir hätten da einen kleinen Jungen für Sie.“
Als sie Ben zum ersten Mal sah, war sie – wie sie selbst sagt – „schockverliebt.“
Am 1. Januar 2022 zog er bei ihr ein und seitdem wächst ihre kleine Familie zusammen – mit jeder Herausforderung, jedem Fortschritt und jedem Lächeln.
Die erste große Herausforderung stand bereits kurz nach dem Einzug bei Anne an. Ben musste kurz nach der Geburt sieben Stunden lang am offenen Herzen operiert werden. Das Essen und Trinken ist bis heute eine große Herausforderung für ihn – oft trinkt er fast gar nichts. Doch Anne kämpft. Jeden Tag. Mit Geduld, Liebe und einem unerschütterlichen Glauben daran, dass ihr Sohn alles schaffen kann – in seinem Tempo.
Gemeinsam mit Claudia Röder aus der Physiotherapie „Im Einklang“ in Bernsdorf arbeitet sie regelmäßig an speziellen Therapien, die Ben helfen, sich selbstständig zu bewegen und seine Körperwahrnehmung zu stärken. Mit seinen vier Jahren ist Ben auf dem Entwicklungsstand eines 15 Monate alten Kindes – aber er lernt, Schritt für Schritt, mit unglaublichem Ehrgeiz und Freude.


Zweimal im Jahr ermöglicht Anne ihm außerdem eine Spezialkur in Bayern, die sie komplett selbst finanziert. Diese Kuren sind teuer – aber sie bewirken Wunder. Nach der ersten Kur lernte Ben zu krabbeln. Nach der letzten, im September, lernte er, selbstständig zu essen. Seitdem isst er das gleiche Essen wie Mama – nur püriert.
„Diese Kuren sind für uns wie kleine Wunderreisen“, sagt Anne. „Jedes Mal kommt Ben gestärkter, selbstständiger, lebendiger zurück.“
Neben all dem, was sie für Ben tut, engagiert sich Anne auch für andere Eltern von Kindern mit Behinderung. In Bernsdorf gibt es seit gut einem Jahr ein besonderes Angebot: Einmal im Monat, am ersten Freitag, treffen sich Eltern mit behinderten Kindern in der Ergotherapie „Im Einklang“ bei Claudia Röder. Hier können sie sich austauschen, voneinander lernen und einfach einmal unter Menschen sein, die verstehen, was es bedeutet, jeden Tag zwischen Sorge, Hoffnung und Liebe zu leben. Anne nimmt regelmäßig teil und ihr liegt dieses Projekt sehr am Herzen:
„Ich schätze dieses Treffen unglaublich. Hier bin ich unter Gleichgesinnten, wir können offen reden, uns gegenseitig unterstützen – und ich kann meine Erfahrungen weitergeben. Es gibt mir Sicherheit und Zuversicht.“ Dieses Angebot zeigt, was in Bernsdorf möglich ist, wenn Menschen füreinander da sind.

Anne arbeitet halbtags als Erzieherin im Pfiffikus in Bernsdorf, um Zeit für Ben und seine Behandlungen zu haben. Sie spart, organisiert, verzichtet. Aber jetzt steht sie vor einer Hürde, die sie allein nicht überwinden kann:
Die kleine Familie benötigt ein neues Pflegeauto. Das alte Fahrzeug war zu klein, der Therapiebuggy passt kaum hinein und so entschloss sie sich aus Kostengründen, das Auto zu verkaufen. Aktuell teilt sich Anne ein Auto mit ihrer Mutter – auf Dauer keine Lösung.
Ein größeres, behindertengerechtes Auto würde der Familie ermöglichen, sicher und flexibel zu den Therapien, Ärzten und Kuren zu fahren – zu all den Orten, an denen Bens kleine und große Fortschritte entstehen.
Wer unterstützen möchte, gelangt hier zur Spendenseite von Ben und Anne:
www.gofundme.com/f/zbyy52-wir-brauchen-eure-finanzielle-unterstutzung
Anne hat sich bereits an verschiedene Stiftungen gewandt, doch viele Anträge wurden abgelehnt. Jetzt hofft sie auf die Unterstützung von Menschen, die verstehen, dass es hier nicht um Luxus geht – sondern um Lebenschancen für ein Kind, das jeden Tag um Selbstständigkeit kämpft.
Und wenn man den kleinen Jungen auf dem Teppich sitzen sieht – wie er mit strahlenden Augen seinen Giraffenaffen-Tonie aufsetzt und stolz die Musik startet – dann versteht man sofort: Dieses Kind verdient jede Chance der Welt.





