Das ehemalige Eisenwerk in Bernsdorf

Ausgehend von Raseneisenerzlagern auf Bernsdorfer Flur und deren günstigen Lage, kaufte der Graf Siegmund Ehrenreich von Redern 1773 das damalige Vorwerk. Er beantragte 1778 eine Konzession zum Bau eines Eisenhüttenwerkes und die Bewilligung eines Holzvertrages.

Nach der Zustimmung begann 1782 der Bau eines Hochofens zum Schmelzen von Raseneisen. Der Abbau des Erzes begann an Ort und Stelle. So entstand der heutige Schmelzteich. Im Jahr 1794 wurde das erste Eisen gegossen.

Das gegossene Eisen war sehr spröde und Kupolöfen waren erforderlich.

Diese benötigten zur Schmelze teuren Koks, der bei schlechter Verkehrslage erworben und antransportiert werden musste. So verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage des Eisenwerkes. Für die Fertigung war ein Bohrhammer und Bohrwerk notwendig.

Als Attraktion und Werbung ist im Jahr 1854 für den Löbauer Berg ein 28 Meter hoher gusseiserner Aussichtsturm produziert worden.

Er besteht aus 6 000 Einzelteilen mit einer Masse von 70 t. Es war ein Prestige Projekt zum Selbstkostenpreis. Nach mehreren Besitzerwechseln verschlechterte sich die Lage des Werkes weiter. Im Jahr 1886 erfolgte die Zwangsversteigerung.

Der Ingenieur Ernst Uhlich kaufte 1888 den Betrieb, vergrößerte die Eisen-Gießerei und stellte die Produktion schrittweise auf Maschinenbau um.

Der neue Besitzer versuchte mit der raschen technischen Entwicklung mitzuhalten und belieferte Walzwerke, produzierte für den Bergbau Nass Dienst- und Hütteneinrichtungen. Durch die Entstehung der Kohle- und Glasindustrie veränderte sich das Fertigungsprofil von Hand– auf Maschinenbetrieb.

Ab 1914 wurden verstärkt Stahlbaukonstruktionen in die Produktion aufgenommen. Ein Großauftraggeber war das neu errichtete Aluminiumwerk (VAW) in Lauta. Die Rüstungswirtschaft ab 1933 vergrößerte das Auftrags-volumen des Eisenwerkes. Größere Um und Ausbauten wie die Verladehalle und das Pförtnerhaus und weiteres erfolgten. Die Erweiterung der Gießerei und der Putzerei folgte.

Nach Ende des 2-ten Weltkrieges führte Ernst Uhlich, bis zur Enteignung durch Volksentscheid vom 20. Juni 1946, das Eisenwerk weiter. Ab 1946 stellte das Eisenwerk für die Bevölkerung Töpfe und Pfannen sowie Ofenguss und Schraubstöcke her. Der neu entstandene VEB Bernsdorfer Eisenwerk erhöhte die Belegschaftszahl auf über 220 Mitarbeiter und trieb die Produktion voran. Ab 1950 wurden verstärkt Eisenhobelmaschinen hergestellt.
Mit gestiegener Mitarbeiterzahl nahm der Betrieb 1951 die Produktion von Lufthämmern auf. Diese waren für die Bearbeitung von Schmiedeerzeugnissen in der Wirtschaft notwendig. Auf der Leipziger Messe wurden Lufthämmer für 150 kg und 300 kg vorgestellt. Sie waren im In- und Ausland ab 1952 ein Exportschlager.

Weiterhin wurde verstärkt Grauguss und ein Lufthammer für den Export von 500 kg produziert. Auch eine Lehrwerkstatt entstand.

Durch die Entwicklung einer neuen Schweißvorrichtung konnten C02 und UP Schweißungen von Blechen bis zu 6 mm erfolgen. Kostbare Schweißelektroden wurden eingespart und die Arbeitsproduktivität gesteigert.

Im Jahr 1990 erfolgte die Gründung der Gießereimaschinenbau GmbH mittels der Treuhand. Ab 1992 werden Stahlkonstruktionen, Behälter-und Rohrleitungen produziert. Ein großer Teil wurde davon über Exportfirmen ins Ausland ausgeführt.

Mitte der 1990er Jahre erfolgte die Privatisierung der Gießereimaschinenbau GmbH.

Ein Teil des Gebäudekomplexes musste beseitigt werden.

Am 13.Dezember 2011 beginnt, nach mehrmaligem Wechsel der Eigentümer und unter Regie der Stadt Bernsdorf, der Abriss von großen Teilen der Industriebrache.

Die Gießereimaschinenbau GmbH ist bis heute auf dem ehemaligen Teil des Eisenwerkgeländes erfolgreich tätig.

AG Stadtgeschichte

Manfred Strenzke

Bernsdorfer Eisenwerk
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