Projektbericht AG Stadtgeschichte: 110 Jahre Friedhofskappelle und Neuer Friedhof

110 Jahre Friedhofskapelle und Neuer Friedhof

Nachdem der Alte Friedhof in Bernsdorf an seine Aufnahme-Kapazität stieß, wurde auf ehemaligem Gebiet der Stadt Kamenz ein neuer Friedhof errichtet. Im Jahr 1910 erfolgte die erste Beerdigung.

Mittels einer Stiftung wurden Mittel für den Bau einer Friedhofshalle gesammelt. Aus den Oberlausitzer Nachrichten vom 29.3.1911 geht hervor, dass selbst der Kardinal-Fürstbischof von Breslau einen Betrag von 1 000 MK stiftete. Auch der evang. Kirchenvorstand ersuchte die Gemeinde Bernsdorf um Beihilfe zum Bau der Friedhofskapelle. In mehrfachen Gemeindevertreter-sitzungen wurde das Thema behandelt und 1500 MK bereitgestellt. Gefordert wurde auch die behördliche Nutzung ohne konfessionellen Unterschied.

Baurat Viehweger und Architekt Berthold erarbeiteten das Projekt. Der Baumeister Müller aus Bernsdorf und ausschließlich Ortshandwerker erhielten den Auftrag zur Baudurchführung.

Besonders Pastor Boedrich trieb die Bewilligung von behördlichen, kirchlichen und privaten Spenden voran. So wurden lt. Oberlausitzer Nachrichten 8 553,00 MK für den Bau und 1 231, 00 MK für die Inneneinrichtung bereitgestellt.

Die Einweihung der „Neuen Kapelle“ fand am Totensonntag 1911 in würdiger Form statt. Viele geladene Gäste und am Bau beteiligte Bürger verfolgten die Weihe und Öffnung der Kapelle durch den Pastor Boedrich.

Der Bau macht einen monumentalen Eindruck. Um den Mittelbau gruppiert sich die Eingangshalle mit Turm und Empore. Diese sind von zwei seitlichen Wandelhallen mit Sezierraum und Nebenräumen umbaut. Sehr stimmungsvoll und schlicht ist der Altarraum gehalten. Die Friedhofskapelle zählte zu den modernsten und imposantesten Bestattungsanlagen seiner Zeit.

Den heutigen Besuchern des Friedhofs beeindrucken auch die für die damaligen verdienstvollen Persönlichkeiten und Würdenträger errichteten Grüfte, Gedenkplatten und Ehrenkreuze. Genannt sollen hier u.a. Dudek , Uhlich, Hofffmann aber auch das Kreuz für Pastor Boedrich.

In den über 110 Jahren der Existenz des Friedhofs hat sich die Bestattungskultur verändert.

Neben vielen Familien- und Einzelgräbern mit Sarg- und Urnenbestattungen sind heute immer mehr Gemeinschaftsanlagen anzutreffen. Inmitten der Stadt entstand eine grüne Oase, wo unzählige Bienen die vielen

Lindenbäume im Sommer in ein summendes und duftendes Blütenmeer verwandeln.

AG Stadtgeschichte -Herr Strenzke

Friedhofseingang
Friedhofskapelle Eingang
Friedhofskapelle 1990
Die Friedhofskapelle 2020

Hier können Sie mehr zur AG Stadtgeschichte erfahren: AG Stadtgeschichte

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