Gesundheit im Gespräch: Lausitzer Seenlandklinikum informiert über Diabetes

Am Mittwoch, den 26. August, drehte sich im Mehrgenerationenhaus (MGH) Bernsdorf alles um ein Thema, das immer mehr Menschen betrifft: Diabetes. Rund 15 Gäste waren der Einladung zur Informationsveranstaltung des Lausitzer Seenlandklinikums gefolgt und nutzten die Gelegenheit, sich umfassend über die Erkrankung, ihre Ursachen, Warnzeichen und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

Die Veranstaltung ist inzwischen Teil eines festen Formats: Seit mehr als zwei Jahren laden das Lausitzer Seenlandklinikum, die Stadtverwaltung Bernsdorf und das Team TRAFO regelmäßig zu Gesundheitsvorträgen ins Mehrgenerationenhaus ein. Dabei steht jedes Mal ein anderes medizinisches Thema im Mittelpunkt. Die Veranstaltungen sollen verständlich informieren, Fragen beantworten und gleichzeitig die Möglichkeit schaffen, direkt mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen.

Diesmal übernahm Frau Dr. med. Sarah Beckel, Fachärztin für Innere Medizin am Lausitzer Seenlandklinikum in Hoyerswerda, den Vortrag zum Thema Diabetes.

Diabetes – ein Thema, das viele betrifft

Gleich zu Beginn machte Dr. Beckel deutlich, welche Bedeutung das Thema inzwischen hat. Eine Zahl sorgte dabei für Aufmerksamkeit: Bis zum Jahr 2040 könnten weltweit rund 730 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt sein. Der überwiegende Teil davon entfällt auf den Typ-2-Diabetes.

Doch was passiert eigentlich bei Diabetes? Vereinfacht gesagt handelt es sich um eine Störung des Zuckerstoffwechsels. Der Zucker aus der Nahrung gelangt ins Blut und wird normalerweise mithilfe des Hormons Insulin in die Körperzellen transportiert, wo er als Energiequelle benötigt wird. Funktioniert dieser Vorgang nicht ausreichend, bleibt zu viel Zucker im Blut – und dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können dem Körper erheblich schaden.

Dr. Beckel erklärte auch die Unterschiede zwischen den beiden wichtigsten Diabetesformen. Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper die insulinproduzierenden Zellen zerstört. Die Erkrankung tritt häufig bereits im Kindes- oder Jugendalter auf. Typ-2-Diabetes entwickelt sich dagegen meist über einen längeren Zeitraum und steht unter anderem mit Übergewicht, Bewegungsmangel und einer ungünstigen Ernährung in Zusammenhang.

Besonders ausführlich ging die Ärztin auf den Typ-2-Diabetes ein. Unbehandelt kann die Erkrankung mit verschiedenen Folgeerkrankungen einhergehen, unter anderem mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenschäden und Durchblutungsstörungen.

Welche Warnzeichen gibt es?

Wichtig war Dr. Beckel auch, den Gästen zu vermitteln, auf welche Anzeichen sie achten können. Ein ungewöhnlich starker Durst und häufiges Wasserlassen können ebenso Hinweise auf einen erhöhten Blutzucker sein wie Müdigkeit, Gewichtsverlust, Heißhunger, Schwindel oder Sehstörungen. Auch Juckreiz kann in einigen Fällen auftreten.

Besteht ein entsprechender Verdacht, kann der Arzt unter anderem mithilfe einer Blutuntersuchung feststellen, ob ein Diabetes vorliegt. Auch eine Untersuchung des Urins kann Hinweise liefern.

Entscheidend ist dabei nicht nur ein einzelner erhöhter Wert. Besonders problematisch sind dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte und starke Schwankungen. Eine gute Einstellung des Blutzuckers kann helfen, das Risiko für Folgeerkrankungen zu verringern.

Moderne Technik erleichtert den Alltag

Ein weiterer Teil des Vortrags beschäftigte sich mit den heutigen Möglichkeiten der Diabetesbehandlung. Neben Insulintherapien und – je nach Diabetesform und individuellem Bedarf – Insulinpumpen spielen inzwischen auch Schulungen, Apps und moderne Messsysteme eine wichtige Rolle.

Besonders interessant waren für viele Gäste die sogenannten kontinuierlichen Glukosemesssysteme. Dabei wird ein kleiner Sensor am Arm getragen, der regelmäßig den Glukosewert misst. Die Werte können anschließend über ein Smartphone oder ein entsprechendes Lesegerät kontrolliert werden. Ein großer Vorteil: Das häufige Stechen in den Finger kann dadurch entfallen. Die Sensoren werden in der Regel etwa alle zwei Wochen gewechselt.

Für Menschen mit Diabetes gibt es zudem zahlreiche weitere Möglichkeiten, die Behandlung im Alltag zu unterstützen. Beim Typ-2-Diabetes können – abhängig von der individuellen Situation – vor allem mehr Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und Gewichtsreduktion eine wichtige Rolle spielen. Reichen diese Maßnahmen allein nicht aus, stehen weitere medikamentöse Therapien bis hin zu Insulin zur Verfügung.

Auch nach dem Vortrag blieb Zeit für persönliche Fragen

Nach dem eigentlichen Vortrag wurde es noch einmal persönlich: Die Besucher nutzten die Gelegenheit, ihre individuellen Fragen zu stellen und mit Dr. Beckel direkt ins Gespräch zu kommen. So entwickelte sich aus dem Vortrag ein reger Austausch, bei dem auch ganz konkrete Fragen aus dem Alltag ihren Platz fanden.

Dr. Beckel verwies zudem auf den Diabetikershop in Hoyerswerda, wo Betroffene nicht nur benötigte Hilfsmittel erhalten, sondern sich auch fachkundig beraten lassen können. Der Shop befindet sich in der Dillinger Straße 11 am Behördenpark.

Auch im Lausitzer Seenlandklinikum selbst wird derzeit an weiteren Schulungsangeboten für Menschen mit Diabetes gearbeitet. Wann diese starten können, steht derzeit allerdings noch nicht fest.

Am Ende waren sich die Besucher einig: Der Nachmittag im MGH bot nicht nur viele verständliche Informationen zu einem wichtigen Gesundheitsthema, sondern vor allem die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit einer Fachärztin direkt ins Gespräch zu kommen.

Und das Format soll fortgesetzt werden: Gegen Ende des Jahres ist bereits die nächste Gesundheitsveranstaltung im Mehrgenerationenhaus Bernsdorf geplant. Welches Thema dann im Mittelpunkt stehen wird, steht derzeit noch nicht fest – verschiedene Vorschläge gibt es bereits.

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